Ehrwald - Lago Maggiore (August 2000)
| Im Sommer 2000 waren wir wieder mit dem MTB unterwegs. Start war diesmal Ehrwald. Grund war einmal mehr Regenwetter und die Tatsache, dass die Anfahrt von Huglfing bis Garmisch mit dem MTB nicht zu den spannendsten Dingen gehört, zumal jeder Meter wohlbekannt ist. Von Ehrwald ging es über den Panoramaweg zum Fernpaß, von dort auf feinen Nebenstraßen nach Imst (wo sich glatt auch mal die Sonne zeigte), anschließend über die Pillerhöhe und Prutz nach Pfunds. Gabi kannte von Ihren Bikealpin-Touren eine schöne alternative Abfahrt von der Pillerhöhe, so dass wir heute nicht alles auf Asphalt fahren mussten. | ![]() |
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| Tag 2
führte uns ins
Unterengadin, von Martina nach Sur En. Dieses Stück strampelten wir auf der
Straße. Bei Sur-En bogen wir südwärts ab ins
wildromantische Val d´Uina. Dieser Übergang, bei man relativ viel schieben
muss, ist ein Klassiker bei der Passage des Alpenhauptkammes. Auch nach
der Schlucht muss man noch sehr oft auf- und absteigen, denn die fahrbaren
Abschnitte sind nur kurz und immer wieder von Stufen, Felsblöcken und
Zäunen unterbrochen.
Über die Sasvennahütte kommen wir wieder nach Italien nach Mals. Hier herrschen nun hochsommerliche Temperaturen, feuchte Hitze kündigt baldige Gewitter an. Die Etappe wird auf Asphalt fortgesetzt und endet in Taufers kurz vor der schweizer Grenze. |
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Anfahrt zum alten Schmugglerweg durch das Val d´Uina (als schwarze Linie in der linken Talseite schemenhaft erkennbar) |
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Schiebepassage auf dem abenteuerlich in den Fels gehauenen Weg |
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| Tag 3, zurück in die Schweiz: Über das Val Müstair kurbeln wir wieder auf Asphalt zum Ofenpass hinauf. Die Abfahrt durch den Nationalpark hinab nach Zernez ist recht locker, mit dem Rennrad wäre es allerdings angenehmer. In Zernez finden wir kleine, sogar beschilderte Feldwege abseits der Hauptverkehrsstraße nach Susch. Dort biegen wir westwärts auf die Flüela-Passstraße, der wir von nun an folgen. Die Jagd auf 2 gepäcklose Rennradler muss kurz vor erfolgreichem Abschluss abgebrochen werden, da wir die Passstraße abrupt verlassen. Wir beschliessen nämlich kurzfristig, zur Nächtigung die Grialetsch-Hütte aufzususchen. Der Offroadexkurs stand unter keinem guten Stern, denn fahrbar war eigentlich nur der unterste Kilometer. Und selbst dort war es schwer, weil der Weg einem Bach glich (es regnete die Tage vorher recht viel). | ![]() |
| So mussten wir die Bikes zu der auf 2.537m gelegenen Grialetsch-Hütte durch nasses Geläuf meist tragen und schieben. Entsprechend verdutzt waren die Leute auf der Hütte... Der Aufstieg war auch ein Wettlauf mit einem aufziehenden Gewitter, welchen wir ausnahmsweise gewannen (vermuteter Stand ca. 4 zu 23...) | |
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Auffahrt zur Grialetschhütte: Der Weg glich einem Bach, die Tragepassage im oberen Bereich war mindestens matschig. Rechts: Im Hintergrund Gletscher am Piz Viadret. |
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| Tag 4: Die Abfahrt von der Grialetsch-Hütte fand bei bestem Wetter statt. Der Weg nach Dürrboden war zwar auch nicht sehr biketauglich, aber ein paar Meter waren dann doch fahrbar (zumindest für Gabi). Von Dürrboden bis Davos führte eine kleine Asphaltstraße, auf der wir bis Davos 500 hm niedermachen durften. Von Davos (1.552 m) aus radelten wir zum Strelapass (2.350 m) und genossen eine herrliche Aussicht. Über das malerische Langwies kamen wir wieder über die Straße bis kurz vor Arosa, wo wir einen wunderbaren Wald- und Wiesenweg auftaten. Über die Ochsenalp erreichten wir Tschiertschen, welches einem kompletten Holzbaumuseum gleichte: Sämtliche Häuser im Dorfkern waren aus Holz und hatten wahrscheinlich schon mehrere hundert Jahre auf dem Buckel. Wir blieben auf der linken Talseite und sahen nur kurz auf Chur herab. Bis nach Churwalden waren noch einige anstrengende Höhenmeter zu meistern. Gabis Hinterrad bockte kurz vor unserem Etappenziel Churwalden, nachdem alle Flick- und Pumpversucher erfolglos blieben, musste sie auch noch die letzten 3 km das Rad schieben... | ![]() |
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Links: Strelapass, von Davos kommend Rechts: Liebevoll gepflegte Holzbauten (erbaut 1863, bei Sapün Dörfli)
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| Tag 5
leitete uns
von Churwalden über
Lenzerheide ins Albulatal. Der Weg, dem wir folgten war hoch über dem Fluss
gelegen, womit uns ein Downhill, aber auch ein kräftiger Anstieg,
weitgehend erspart blieb. In Thusis (700 m) genossen wir dann eine
kräftige Portion Spaghetti, bevor es auf der Via Mala hinauf nach
Splügen (1.457 m) ging. An der Via Mala taten sich große Abgründe auf,
denn das Wasser hat sich einen tiefen Weg durch den Fels gebahnt. In
Splügen fanden wir am Ortseingang bei Alex, dem Chef der Herberge,
Unterschlupf.
Der Splügenpass wird auch gleich in die "To-Do-Liste" im Bereich Rennrad eingetragen. Hier muss doch eine Runde über den Comer See zu basteln sein ... |
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Auf
der Via Mala durch das Hinterrheintal von Thusis nach Splügen. Die
Straße ist kaum befahren, da parallel eine Schnellstraße verläuft.
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| Tag 6:
Wir folgen der Straße Richtung Westen bis wir zum San Bernardino-Pass
kommen. Die Passstraße ist angenehm zu fahren, weil der Tunnel den
meisten Verkehr aufnimmt. Mit 2.065 m ist der San Bernardino ein recht
zahmer Geselle. Auf die kommende Abfahrt freuen wir uns schon, denn bis
zum Lago Maggiore steht nun kein Hindernis mehr im Weg und der See
liegt nur auf 193 m :o) Wir dürfen also nun fast 2.000 hm abwärts
radeln. Leider musste man trotzdem noch kräftig treten, denn wenn der
Wind nicht will, hat man nur die Hälfte vom Fahrspaß.
Abschließend wollen wir noch dem schweizer Preisniveau ausweichen und auf der italienischen Seite eine Unterkunft finden. Leider war dies nicht ganz einfach, da hinter der Grenze ewig lange keine Ortschaft kommt und zur Hauptreisezeit natürlich auch kein Mangel an Urlaubsgästen herrscht. Schließlich wurden wir in Porto Valtravaglia fündig. |
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Der letzte Anstieg ist geschafft: Vom San Bernardino (2.066m) zum Lago Maggiore geht es nun ca. 1.800 hm bergab :o) |
Nach ein paar Tagen Aufenthalt fuhren wir mit dem Zug von Bellinzona nach Zürich, dort steigen wir um in den Zug nach München. Schee war´s!