Huglfing - Lago di Garda I (11.08.2001)
Nach (jahre-)langem Zögern, Zaudern und Gerede wurde es nun ernst: Das Projekt "Huglfing - Gardasee an einem Tag" wurde angegangen. Christian "Grilli" Arzberger (der im Vorjahr bereits alleine gefahren ist) und Bernd starteten frühmorgens um 5 Uhr mit Licht und Jacken Richtung bella Italia. Es rollte gut, über Murnau, auf der vernebelten B2 durchs Moos nach Garmisch, Klais nach Mittenwald. Weiter auf österreichischem Gebiet nach Seefeld, Innsbruck zum Brenner. Bernd schaffte es endlich, Tirol ohne Absteigen zu durchqueren ;o)
Oben am Brenner erstes richtiges Essen fassen, schließlich sind rund 130 km absolviert. Die Überraschung bei der Abfahrt war angenehm: Wir haben Rückenwind! So flogen wir förmlich über Sterzing, Brixen und Bozen dem Gardasee entgegen. Elisabeth im Begleitauto kam gar nicht hinterher...
Der Rückenwind ließ uns bis Trient nicht im Stich. So waren wir bereits gegen 17.30 Uhr in Nago am Campingplatz, die reine Fahrzeit betrug rekordverdächtige 10:30 h bei relativ geringem Erschöpfungsgrad.
Am nächsten Tag fuhr Bernd um 5:30 Uhr weiter nach Rovereto zum Bahnhof, um die Heimreise mit dem Zug anzutreten.
| Distanz
331 km |
Zeit 5:00 Uhr bis 17:30 Uhr (12:30h) reine Fahrzeit: 10:30h |
Wetter 8-28o
C |
Huglfing - Lago di Garda II (04.08.2002)
Wie im Jahr zuvor starteten Christian "Grilli" Arzberger und Bernd zur Gardasee-Tour. Die Route war wenig spektakulär, über Garmisch - Innsbruck - Brenner - Bozen und Rovereto sollte es zum Gardasee gehen, wie gehabt. Attraktive Alternativrouten über das Penser Joch/Sarntal nach Bozen oder über den Jaufen haben hier zeitlich keinen Platz. Denn allein die "Standard-Route" verlangt ca. 330 km ab. Da es schon August war, war auch die Zeit bei Helligkeit schon etwas eingeschränkt. Grilli´s Elisabeth steuerte noblerweise wieder das Begleitfahrzeug (Danke dafür!).
Um 5.17 Uhr brachen wir in Huglfing auf. Bis Garmisch ging es flott dahin, die morgendliche Kühle (11oC) war noch erträglich. Nach Garmisch wärmte uns das "Gstoag" ein wenig auf. Kurioserweise versperrte uns am Rastplatz ein französisches Auto den Radweg und ein Typ pennte in seinem Schlafsack hinter diesem. Was man um die Uhrzeit so alles sieht...
Über Klais und Mittenwald näherten wir uns der Tiroler Grenze bei Scharnitz. Hier gab es die erste Verpflegung bzw. das zweite Frühstück. Bernd hatte hier schon etwas Probleme mit dem Magen, ging aber. Der Anstieg nach Seefeld war auch noch locker, die Abfahrt ins Inntal (Vorsicht: Zirler Berg für Radfahrer eigentlich gesperrt) ein Genuss. Innsbruck passierten wir gegen 9.30 Uhr. Von Innsbruck zum Brenner heizte nun auch die Sonne kräftig ein, wie soll das erst auf der Südseite werden?
Nach ca. 131 km (ca. 10.40 Uhr) erreichten wir die Brennerhöhe. Ausgiebige Mittagspause im Schatten war angesagt, denn die Wärme forderte bereits ihren Tribut. Mit gefüllten Mägen rollte es sich angenehm bergab nach Gossensass, Sterzing und Brixen. Nur der Wind spielte dieses mal nicht mit, auch bergab mussten wir viel Kraft aufwenden. Und das Thermometer zeigte bereits Temperaturen jenseits der 30 Grad an. Kurz vor Bozen zogen mehrere Gewitter auf, was eine kurze angenehme Abkühlung zur Folge hatte. Nass wurden wir aber nicht. Noch kürzer vor Bozen, bei der Spedition FERCAM bogen wir aber nun rechts ab, um dem Radweg nach Süden zu folgen, was sich sehr bewährt hat. Mit Rad steht man in Bozen ansonsten schnell auf verlorenem Posten. Bis Rovereto konnte man beschilderten Wegen folgen, entweder auf Radwegen oder kleinen Straßen. Die Hitze am Nachmittag war teilweise unerträglich, zeitweise wurden 38 Grad gemessen.
Ab Isera gab Grilli nochmal Gas und holte bis zum Campingplatz in Torbole noch gut 5 Minuten heraus. Gegen 20 Uhr genossen wir die letzte Abfahrt von Nago hinunter nach Torbole, v.a. den kühlenden Fahrtwind bei Tempo 70 und den fantastischen Blick auf den Lago.
Geschafft! Dieses Jahr war es aber wesentlich anstrengender als im Jahr zuvor. Der Wind trieb diesmal halt sein reguläres Spiel.
Gabi, Silke und Lars waren auch schon da: Gabi und Lars bestritten in der Vorwoche die Transalp Challenge und Silke bildete deren Empfangskomitee.
| Distanz
335,81 km |
Zeit 5:17 Uhr bis 20 Uhr (14:43h) reine Fahrzeit: 11:48h |
Wetter 11-38o
C |
Unterrain bei Bozen - Val di Sole (15./16.06.2002)
Samstag, 15.06.2002
Mit Alex Preinstorfer vereinbarten wir kurzfristig, am Samstag nach Südtirol zu fahren, um die Runde über Mendelpass, Passo Tonale, Gaviapass und Stilfser Joch zu radeln. Dafür mussten wir natürlich mächtig früh los, denn für 2 Tage war das Programm dicht gedrängt. Alex war aber leider etwas "angeschlagen" vom Vorabend, so konnten wir erst gegen 10.30 Uhr in Unterrain bei Bozen starten. Ein Nachbar von Alex hatte uns frühmorgens eine alkoholbedingte Vision und warnte uns eindringlich vor dieser Tour ("Radlfahrn? Spinnt´s ihr? Wißt´s ihr, wia warm des heid wead?!").
Das Gepäck war in kleinen Rucksäcken bzw. Saddle Bags untergebracht. Die Abendgarderobe fiel daher sehr minimalistisch aus.
Der Mendelpass war bald geschafft, wir allerdings auch, denn es war bereits sehr warm. Oben angekommen erfahren wir vom 1:0-Erfolg der deutschen Fußballer bei der WM im Achtelfinale gegen Paraguay. Interessierte aber nicht wirklich bei der Hitze. Den Lago de Giustina lassen wir links liegen und fahren ins Val di Sole (machte seinem Namen alle Ehre). Kaum merklich ist die Steigung, noch dazu haben wir Rückenwind. Der war aber wenig hilfreich, denn bei der Affenhitze fehlte nun auch noch der letzte Rest kühlenden Fahrtwindes. Ab Fucine wurde die Straße auch noch steiler, schließlich kam nun die Auffahrt zum Passo Tonale. Was wir völlig unterschätzt hatten, waren die nun folgenden 800 Höhenmeter. Schließlich macht die Auffahrtsstraße kaum eine Kurve und auf der Karte war keine Höhenangabe vermerkt. Bernd war oben völlig ausgelaugt, Gabi und Alex hielten sich gut (Alex war mit 42-23 unterwegs, der Knaller). Also endete die erste Etappe bereits auf 1.883 m am Passo Tonale.
| Distanz
95,6 km |
Höhenarbeit 2.495 hm |
Zeit 5:05 h |
Wetter 23 - 36o |
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Sonntag, 16.06.2002
Aufgrund der vergleichsweise geringen Strecke, die wir am Vortag geschafft haben und wegen des erneut heißen Wetters beschließen wir, Gavia und Stelvio auszulassen und anderweitig zurückzukehren: Zurück über das Val di Sole zum Lago di Giustina und von dort über Revo und Proveis hinüber ins Ultental. Die Abfahrt vom Passo Tonale war ein Traum, weil ja nur relativ wenig Kurven zu nehmen waren. Obwohl wir um 8:45 Uhr losfuhren, sank das Thermometer nicht unter 20 Grad... Ab Revo war es aber wieder vorbei mit den günstigen Neigungsverhältnissen, von hier an war das Vorderrad wieder etwas höher als das hintere. Die sehr schöne und verkehrsarme Straße schluckte wieder etliche Schweißtropfen, denn bei 30 Grad heizten die 10-12% Steigung gewaltig ein. Bei 1.672 m war der Scheitelpunkt erreicht. Der Übergang befindet sich in einem relativ langen Tunnel, welcher SEHR angenehme Temperaturen in sich hatte und die Fahrt im Dunkeln zu einem besonderen Erlebnis werden ließ. Wir fahren weiter nach St. Pankraz, Lana, Nals zurück nach Unterrain. Die schwüle Hitze ist kaum mehr auszuhalten. Konsequenterweise waren auch schon erste Gewitterwolken zu beobachten, welche minütlich wuchsen. Ein kühlendes Bad im Kalterer See war aber noch drin, bevor es zurück auf die Autobahn ging.
| Distanz
108,8 km |
Höhenarbeit 2.584 hm |
Zeit 3:58 h |
Wetter 20 - 34o |
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