| Zum Auftakt der Radsaison 2003 war Bernd mit einer Gruppe aus Traunstein im März 2003 auf Mallorca. Hier der Bericht: |
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Mehr Informationen:
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Unser Flieger startete um 6 Uhr in Salzburg und noch vor 8 Uhr waren wir schon auf "Malle". Der Bustransfer nach Alcudia dauerte eine Stunde. Um 11 Uhr standen wir schon am Hotel "Playa de Muro" mit Kisten, Koffern und Taschen herum. Doch die meisten Zimmer wurden erst um 13 Uhr bezugsfertig. Genügend zeit also, um die Räder aus den Kisten zu holen und zusammen zu schrauben. Um 14 Uhr startete die komplette Gruppe zu einer Einrollfahrt, welche durch kräftigen Rückenwind begünstigt gar nicht so langsam wie gewollt verlief. Der erste Eindruck der Insel war für mich aber schon positiv. Kühler Wind ließ aber luftig bekleidete Kameraden etwas schlottern.
Der Gruppe fehlte leider der "Kopf", da vor Kreuzungen oft diskutiert wurde und keiner so recht sagen wollte, wohin die Reise der ca. 30köpfigen Gruppe gehen soll. Das wurde aber im Laufe der Woche besser.
Am berühmt-berüchtigten Buffet konnten wir uns beim Abendessen zum ersten Mal die Bäuche voll hauen. Die Geschichten der Leute, die in den vergangenen Jahren hier waren, schienen jedenfalls nicht übertrieben gewesen zu sein...
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Distanz 90 km |
Höhenarbeit geschätzte 400 hm |
Fahrzeit 3:15 h |
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Unterkunft Playa de Muro Alcudia |
Wetter 10-17oC
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Frühstück: Die Augen strahlten angesichts des reichhaltigen Angebotes des Buffets. Um 10 Uhr aber Abfahrt Richtung Süden nach Randa. Das Tempo war immer noch gemäßigt, schließlich will man sich ja nicht gleich am ersten Tag einen Muskelkater einfangen, der einen tagelang lähmt.
Ziel auf Randa, einer kleinen Anhöhe, bildet ein ehemaliges Klostergebäude. Bei der Auffahrt begegnet uns das MTB-Nationalteam. Die Cracks sahen aber nicht so aus, als ob sie sich zu sehr verausgabten. Dafür sind die den Berg sicher öfter rauf gefahren.
Wetter war wieder schwer in Ordnung, wenn auch der Wind unangenehm kühl war. Zurück in Alcudia nahm der neue Rhythmus von Duschen, Essen, Schlafen wieder seinen Lauf.
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Distanz 132 km |
Höhenarbeit 1.135 hm |
Fahrzeit 5:10 h |
Wetter 18
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28oC
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Am heutigen Tag steht bereits die Königsetappe an: Die Befahrung der Route "Küsten-Classic". Zwar bietet der Veranstalter einen Bus an, der eine bequeme Beförderung zum Ausgangspunkt in Andratx bringt, doch das ist natürlich nur was für Schattenparker. Mit der kompletten Gruppe starten wir in Alcudia. Für das große Vorhaben ist das Tempo anfangs noch etwas langsam, schließlich sind wir auch heute erst um 10 Uhr gestartet. Um die Mittagszeit herum aber teilt sich die Spreu vom Weizen und es geht flott in Richtung Palma. In Andratx, dem eigentlichen Startort der Tour, haben wir bereits ca. 100 km auf dem Tacho.
Die ersten kleinen Berg- und Passstraßen nehmen wir noch gelassen: Coll de Sa Gremola (343m), Coll d'es Pi (325m), Coll de Sa Bastida (295m), Coll de Claret (500m) sind noch kein Problem. Schon eher wird die Versorgungslage kritisch, denn der "Motor" braucht auch was zum Verbrennen. In einem Lokal mit herrlichem Blick auf die Küste werden horrende Preise für Getränke und Essbarem genommen. Da aber die Nachfrage enorm das Angebot übersteigt, ist fast jeder Preis akzeptabel ("her damit!").
In Soller sammelt sich das Häuflein der 10 tapferen Fahrer bzw. Fahrerin noch einmal geistig und formationstechnisch, bevor die höchste Passstraße der Insel, der Coll de Puig Major (960m), angegangen wird. Schnell teilt sich das Feld aber wieder, der Schweiß fließt reichlich. Oben angekommen, geht man gleich zur Abfahrt über, denn der Sammelpunkt bildet der Kiosk an der Kreuzung zum Calobra-Pass. Hier haut sich jeder rein, was Platz hat. Und schnell auch noch, weil es nicht nur ziemlich kalt geworden ist, sondern auch schon die Dämmerung droht. Über Pollenca wird nochmal kräftig aufs Pedal gedrückt, bevor der obligatorische Zielsprint angesetzt wird. Nach 222 km eigentlich ein Wahnsinn, aber es hat halt einfach Spaß gemacht!
Das Buffet hielt der heutigen Attacke wieder stand: Egal was und wieviel man aß, es ging nie aus.
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Distanz 222 km |
Höhenarbeit 3.090 hm |
Fahrzeit 9:02 h |
Wetter 12
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20oC |
Die gestrige Marathonetappe verpflichtet gerade zu einem ruhigen Tag. Gar nichts tun wäre aber auch nix, also rollt man irgendwo hin auf eine Tasse caffe con leche. Ich bilde mitAlex Preinstorfer und dem Bachmeier Schorsch eine kleine aber lustige Gruppe. Wir fahren gemütlich nach Petra, schlürfen dort mehrere frisch gepresste Orangensäfte und caffe con leche wild durcheinander, bevor wir uns auf dem Heimweg machen. Die Hinfahrt war wegen des entspannend wirkenden Rückenwindes sehr angenehm, umso anstrengender drohte die Rückfahrt zu werden. Mit Chef-Taktiker Schorsch waren wir aber auf der richtigen Seite: Beim ersten kleinen Anstieg reichte ihm ein Blick nach hinten, um zu sehen, dass sich sehr bald schonender Windschatten anbieten wird. Also lassen wir uns bei Puls 95 überholen und klemmen uns in den Windschatten zweier ehrgeizig wirkender Triathleten vom "Team Essen". Seltsam, dass es den beiden nebeneinander fahrenden Typen irgendwie überhaupt nicht passte, dass wir uns da einklinkten. Angeblich versuchten sie an der nächsten Kuppe, uns per Attacke abzuhängen (ich hab das in der dritten Reihe gar nicht mitbekommen, dass schneller gefahren wurde, aber Alex hat deren Absprache gehört). Die Jungs sahen für das mäßige Tempo nicht gut aus, vermutlich lag deren Stärke wohl eher beim Schwimmen. Wir amüsierten uns aber schon ziemlich gut. Als Alex dann noch dem ganzen die Krone aufsetzte, in dem er die beiden in unsere Richtung lotsen wollte, platzte einem der Kragen: "Mann, haut bloß ab ...!" Was haben wir gelacht!
Abendessen: Obligatorischer Wahnsinn.
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Distanz 60 km |
Höhenarbeit 170 hm |
Fahrzeit 2:15 h |
Wetter 13
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18oC |
Und schon ist wieder Donnerstag, die Hälfte des Aufenthalts vorbei. Immerhin war es beim Start nun etwas wärmer, der Wind auch etwas schwächer. Von Alcudia startet der ganze Pulk wieder im geschlossenen Verband um 10 Uhr. Über Sineu und Santa Maria fahren wir nach Bunyola. Dort spleißt sich die Gruppe, weil zum Einen "Warten auf den Rest" ausgemacht wurde, 10 Sekunden später aber schon weiter gefahren wird. Über den Coll de Hono (540m) gehts hinauf nach Orient, wo wir uns wieder sammeln. Nach kurzer Pause fahren wir weiter über Lloseta hinauf zum Kloster Lluc bzw. zur Tankstelle (579m). Die Straße ist perfekt ausgebaut, der Verkehr erträglich. Bei diesem Anstieg gibt es ein wildes Ausscheidungsfahren, bei dem einer nach dem anderen wegplatzt. Erstaunlicherweise bin ich im Finale der letzten zwei, aber dann war doch in der vorletzten Kurve der berühmte Ofen aus. Oben saß schon wieder das MTB-Nationalteam, diesmal beim Kaffeetrinken. So wird das nix mit der Ehr fürs Vaterland! ;o)
Zu viert fahren wir weiter über Pollenca nach Alcudia, das Tempo wurde weiter hoch gehalten.
Es war ein guter Tag, so einen müßte man mal an einem Marathon erwischen!
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Distanz 142 km |
Höhenarbeit 1.598 hm |
Fahrzeit 5:10 h |
Wetter 12
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20oC |
6
Heute ging es wieder in den Süden der Insel. Über Petra nach Felanitx rauf nach San Salvador. Bei der Hinfahrt wurde gekreiselt, was das Tempo sehr scharf machte. Aber es machte auch riesigen Spaß, schließlich kommt man so ziemlich schnell vorwärts.
Hinauf nach San Salvador (509m) spürte man (bzw. ich) aber nun doch deutlich die Anstrengungen der letzten Tage. So locker ging es nicht mehr, der Dampf war eindeutig draußen. Nach der schönen Abfahrt auf gleicher Straße fahren wir etwas westlicher über Porreres und Petra zurück zum Hotel wieder in kreiselnder Art und Weise.
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Distanz 132 km |
Höhenarbeit 1.083 hm |
Fahrzeit 4:15 h |
Wetter 14
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23oC |
Tag 7
Letzter Tag: Ziel der Abschlussetappe ist Porto Cristo im Südosten der Insel. Im gediegenen Ausradl-Tempo gelangen wir über Manacor dorthin. Kurzer Fotostop am Hafen, schon ging es weiter entlang der Küste nach Alcudia. ich war heute fix und fertig, jede Sitzposition war unangenehm, alles tat irgendwie weh. Aber ich war da wohl nicht alleine, denn bei Arta hielt die Gruppe an einer Motocross-Strecke an. Obwohl überhaupt keiner gefahren ist, wollte man sich scheinbar irgendwie von den Anstrengungen ablenken. Vier Leuten war das eindeutig zu blöd, hauptsächlich aber zu kalt. Denn die Sonne verabschiedete sich und der Wind war nicht sehr mollig. Also rollten wir zu viert noch die 10km rauf und runter zur Ermita de Betlem und wieder zurück gleich weiter nach Alcudia.
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Distanz 116 km |
Höhenarbeit 1.070 hm |
Fahrzeit 4:25 h |
Wetter 14
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19oC |
FAZIT: Eine super Woche! Die Leute waren schwer in Ordnung, das Wetter hat gepasst, Unterkunft und Essen waren exzellent und jeden Cent wert! Mallorca bietet viel für das Radlerherz und nach einer Woche hat man noch lange nicht alles gesehen. Die Vielzahl der Rennradkollegen bieten auch Einzelreisenden genug Möglichkeiten, um Anschluss zu finden. Auch die Organisation beim Hürzeler-Team lässt eigentlich keine Wünsche offen. Ich vergebe volle Punktzahl für diese Woche auf Mallorca!